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    Ist recyceltes Polyester gut für deine Gesundheit?

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    Als ich mir eine Jacke aus recycelten Plastikflaschen gekauft habe, hatte ich ein richtig gutes Gefühl – endlich selbst etwas für weniger Müll beitragen! Doch dann fragte mich eine Freundin: „Machst du dir keine Sorgen wegen der Chemikalien darin?“ Auf einmal war mein nachhaltiger Kauf nicht mehr ganz so einfach.

    Vielleicht hast du dir dieselbe Frage schon gestellt: Ist recyceltes Polyester eigentlich unbedenklich für deine Gesundheit? Du hast sicher schon verschiedenes gehört – manche sagen, es sei völlig unproblematisch, andere warnen vor schädlichen Stoffen oder gefährlichen Mikrofasern. Die Verwirrung ist groß, und das ist frustrierend, wenn du bewusst einkaufen und umweltfreundlich handeln willst.

    Die Wahrheit scheint, wie so oft, irgendwo dazwischen zu liegen – aber je tiefer ich in das Thema eingetaucht bin, desto skeptischer wurde ich. Recyceltes Polyester kann Spuren von Chemikalien enthalten und Mikroplastik freisetzen, was berechtigterweise Fragen zur Gesundheit aufwirft. Das zeigte auch eine Studie der Changing Markets Foundation aus dem Jahr 2025. Wie sicher recycelte Stoffe wirklich sind, hängt stark von ihrer Qualität, Herkunft, Zertifizierung und Pflege ab. Lass uns das Thema genauer anschauen, damit du selbstbewusst entscheiden kannst, was du auf deiner Haut trägst.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Gleicher Kunststoff – neue Probleme: Recyceltes Polyester (rPET) besteht chemisch gesehen aus demselben Kunststoff – Polyethylenterephthalat (PET) – wie herkömmliches Polyester. „Recycelt“ bedeutet also nicht automatisch sauberer. Im Gegenteil: Beim Recycling können sich Zusatzstoffe sogar anreichern. Sowohl recyceltes als auch neues Polyester enthalten Hilfsstoffe wie Antimon oder BPA, wobei die recycelten Varianten oft höhere Werte zeigen.

    • Recycelt heißt oft mehr Chemikalien: Eine Studie aus 2024, veröffentlicht in PubMed, fand heraus, dass recycelte Polyesterstoffe fast doppelt so hohe BPA-Werte aufweisen wie neue Polyesterfasern (13,5 gegenüber 7,7 ng/g). Weitere Forschung – etwa in Data in Brief – entdeckte 491 verschiedene Chemikalien in recycelten Kunststoffpellets, deutlich mehr als in neuem Material. Das war für mich ein echter Aha-Moment.

    • Mikroplastik-Problem beim Recycling noch größer: Untersuchungen zeigen, dass rPET beim Waschen rund 55 % mehr Mikrofasern freisetzt, und diese sind etwa 20 % kleiner als bei herkömmlichem Polyester. Dadurch können sie leichter eingeatmet oder vom Körper aufgenommen werden. Eine Studie der Rutgers University (2025) fand außerdem heraus, dass winzige Plastikpartikel die Aufnahme anderer Schadstoffe im Körper fast versechsfachen können.

    • Qualität und Zertifizierungen sind entscheidend: Gut hergestelltes Polyester mit OEKO-TEX® Standard 100 oder GRS-Zertifizierung wird auf Schadstoffe geprüft. Bei günstiger Fast-Fashion, die mit recyceltem Polyester wirbt, aber keine Zertifizierung hat, ist Vorsicht angesagt.

    • Eltern, bitte aufgepasst: Polyester – egal ob neu oder recycelt – gibt Fasern ab, die Babys über die Atemluft oder beim Spielen verschlucken können. Partikel unter 20 µm Größe können sogar durch die Darmwand in den Körper gelangen. Ich persönlich greife für Kinder lieber zu Naturfasern, wann immer es möglich ist.

    Mein ehrliches Fazit

    Chemisch recyceltes Polyester ist nicht automatisch ein „schadstoffhaltiges“ Kleidungsstück – aber ich bin längst nicht mehr überzeugt, dass es so harmlos ist, wie viele Werbeversprechen klingen. Die Risiken lassen sich durch bewusste Entscheidungen und geprüfte Qualität verringern. Aber du hast das Recht zu wissen, was du wirklich trägst.

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    Was ist recyceltes Polyester?

    Recyceltes Polyester (rPET) ist eine Polyesterfaser, die aus wiederverwerteten Kunststoffquellen hergestellt wird, meist aus gebrauchten Plastikflaschen, manchmal aber auch aus alten Textilien. Laut dem Ecolife Fabric Guide reichen etwa fünf Wasserflaschen aus, um genug Faser für ein T‑Shirt herzustellen.

    Was mich beim Recherchieren überrascht hat: Chemisch gesehen ist recyceltes Polyester Polyethylenterephthalat (PET) – also exakt derselbe Kunststoff wie normales Polyester. „Recycelt“ bedeutet also nicht, dass es ein anderer oder gar sichererer Stoff wäre. Der Unterschied liegt lediglich in der Quelle. Die meisten recycelten Textilien werden mechanisch hergestellt, also indem der Kunststoff eingeschmolzen und zu Garn verarbeitet wird. Neuere Verfahren nutzen hingegen chemisches Recycling, bei dem der Kunststoff in seine Grundbausteine zerlegt und anschließend wieder aufgebaut wird.

    Die ökologischen Vorteile sind unbestritten: rPET benötigt laut Weavabel rund 59 % weniger Energie als neues Polyester und hält Plastikflaschen von Mülldeponien fern. Das ist großartig. Doch in Sachen Gesundheit gilt: Recyceltes und neues Polyester bringen dieselben Risiken mit sich – und das recycelte Material hat sogar noch ein paar zusätzliche Probleme, die mit dem Recyclingprozess zusammenhängen.

    Wie schneidet recyceltes Polyester im Vergleich zu herkömmlichem Polyester ab?

    Chemische Rückstände in synthetischen Materialien

    Alle Polyesterstoffe – egal ob neu oder recycelt – können Rückstände aus der Herstellung enthalten. Beim Produktionsprozess kommt beispielsweise Antimontrioxid als Katalysator zum Einsatz, und Spuren davon bleiben im Gewebe. Studien belegen, dass Polyestertextilien bis zu 100 mg Antimon pro Kilogramm enthalten können. Mit Hitze und Schweiß können sich diese Stoffe mit der Zeit aus dem Material lösen.

    Hier wird recyceltes Polyester besonders heikel – und genau da begann ich, dem „grünen“ Image zu misstrauen. Flaschen, die zuvor Chemikalien oder Getränke enthielten, können Rückstände aus ihrer früheren Nutzung speichern. Laut dem Greenpeace-Bericht „Forever Toxic“ tragen recycelte Kunststoffe oft einen „Cocktail aus aufgenommenen Chemikalien“ in sich. Neues Polyester entsteht zwar aus Erdöl, ist aber chemisch gesehen „sauberer“, während recycelte Materialien Fremdstoffe und Nebenprodukte aus dem Einschmelzen übernehmen können.

    Die beunruhigende Wahrheit: Recycelter Kunststoff enthält MEHR Chemikalien als neuer Kunststoff

    Das war für mich der Moment, in dem sich mein Blick komplett geändert hat. Eine internationale Studie aus dem Jahr 2023, veröffentlicht in Data in Brief, hat recycelte Kunststoffpellets aus verschiedenen Ländern untersucht und 491 unterschiedliche Chemikalien identifiziert – darunter ursprüngliche Zusatzstoffe, aber auch Pestizide, Medikamente und Industriechemikalien, die der Kunststoff im Laufe seiner Nutzung aufgenommen hatte. Die Forschenden fanden heraus: Recycelter Kunststoff enthält mehr und stärker belastende Chemikalien als neuer Kunststoff.

    Warum passiert das? Weil beim Recycling Kunststoffabfälle aus völlig unterschiedlichen Quellen zusammengemischt werden, und das meist ohne genaue chemische Kontrolle. Laut den Wissenschaftlern wirken Kunststoffe wie ein „Trojanisches Pferd“, das Chemikalien aufnimmt und später wieder abgibt.

    Das passt zu einem Greenpeace-Bericht von 2023, der zu dem Schluss kam: „Die Toxizität von Kunststoff nimmt durch Recycling sogar zu.“ Recycelte Kunststoffe zeigten höhere Gehalte an Flammschutzmitteln, Benzol (krebserregend), Dioxinen und hormonverändernden Chemikalien als neue Kunststoffe.

    Das lässt einen schlucken: Recycling ist keine einfache Lösung, sondern kann Produkte entstehen lassen, die mit einem gefährlichen Mix aus Altlasten belastet sind. Genau das erwähnt die Modebranche kaum, wenn sie ihre „nachhaltigen“ Kollektionen aus recyceltem Polyester bewirbt.

    Mehr Mikrofaserverlust

    Ein weiterer unangenehmer Punkt: Recyceltes Polyester gibt beim Waschen mehr Mikrofasern ab als neues. Laut einer Studie der Changing Markets Foundation (2025) verlieren rPET-Textilien rund 55 % mehr Fasern während der Wäsche. Der Grund: Beim mechanischen Recycling werden die Fasern kürzer und brüchiger. In einer Untersuchung gab ein Markenstoff sogar viermal so viele Fasern ab wie ein anderer – die Qualität spielt also eine große Rolle, aber der Trend bleibt besorgniserregend.

    Große Marken wie Adidas, H&M oder Nike werben mit recyceltem Polyester als Nachhaltigkeitslösung. Doch laut der Changing Markets Foundation verschärft diese Entwicklung das Mikroplastikproblem eher, anstatt es zu lösen. Sie nennt das einen „grünen Feigenblatt-Effekt“: Es sieht nachhaltig aus, hat aber neue Umweltfolgen. Und ehrlich gesagt – ich finde, da ist etwas dran.

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    Welche Schadstoffe stecken in recyceltem Polyester?

    Recyceltes Polyester kann Spuren von Antimon (einem Schwermetall-Katalysator), BPA oder BPS (hormonell wirksame Stoffe) sowie Rückstände aus seiner früheren Verwendung als Plastikverpackung enthalten.

    Antimon

    Antimon ist ein Schwermetall, das bei hoher Belastung als potenziell krebserregend gilt. Es verdampft zwar nicht, kann aber über den Schweiß in sehr kleinen Mengen freigesetzt werden. Laut einer Untersuchung von Ecocult weisen Toxikologen darauf hin, dass extreme Bedingungen nötig wären, um gefährliche Konzentrationen zu erreichen, etwa 38 Tage bei 65 °C, wie bei erhitztem Flaschenwasser. Beim Tragen eines Shirts ist also kein akutes Risiko zu erwarten.

    Der OEKO-TEX® Standard legt einen Grenzwert von < 30 mg/kg fest, der als unbedenklich gilt – zertifizierte Produkte aus recyceltem Polyester liegen deutlich darunter.

    Das beruhigt mich zumindest etwas, aber nur, wenn das Produkt wirklich zertifiziert ist.

    Bisphenole (BPA, BPS)

    Das Thema macht mir ehrlich gesagt mehr Sorgen. BPA kann im Recyclingprozess aus dem ursprünglichen Plastik oder durch Zusatzstoffe ins Material gelangen. Es ist ein bekannter endokriner Schadstoff, der mit hormonellen Störungen und anderen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht wird.

    Eine Untersuchung des „Center for Environmental Health“ in Kalifornien fand BPA in Polyester-Socken von 88 Marken, was sogar zu Produktrückrufen führte.

    Eine PubMed-Studie von 2024 zeigte außerdem, dass BPA aus Kleidung unter schwitzigen Bedingungen die zulässige Tagesaufnahme überschreiten kann – besonders problematisch für Schwangere und Babys. Für mich als jemand, der darauf achtet, was direkt auf die Haut kommt, war das ein echter Schockmoment.

    Phthalate – ein häufiges Missverständnis

    Auch wenn PET „Terephthalat“ im Namen trägt, hat das nichts mit den gefährlichen Phthalat-Weichmachern zu tun. Wie Dr. Martin Mulvihill (Chemiker, PhD) in Ecocult erklärt, sind die Bausteine von PET keine hormonwirksamen Ortho-Phthalate.

    Allerdings können Phthalate trotzdem über Drucke, Aufdrucke oder verunreinigte Recyclingquellen ins Material gelangen. Greenpeace fand in recyceltem Kunststoff teils verbotene Phthalate, was zeigt, wie wichtig Kontrolle ist.

    Forschungen haben in recycelten Kunststoffpellets bis zu 491 verschiedene Chemikalien nachgewiesen – darunter Pestizide, Medikamente und Industriechemikalien. In fertigen Textilien sind die Konzentrationen meist geringer, doch genau deshalb sind Zertifizierungen so entscheidend, wenn du auf Nummer sicher gehen willst.

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    Verlieren recycelte Polyesterstoffe mehr Mikroplastik – und sollte dich das beunruhigen?

    Alle synthetischen Textilien – Polyester, Nylon und Co. – geben beim Tragen und Waschen winzige Fasern ab. Diese Fasern zählen als Mikroplastik, wenn sie kleiner als 5 mm sind. Besonders Polyester gilt als Hauptverursacher: 73 % der Mikroplastikpartikel im arktischen Meerwasser stammen aus Polyesterfasern, und rund 35 % des Mikroplastiks in den Ozeanen gehen auf synthetische Textilfasern zurück.

    Eine Studie der Changing Markets Foundation (2025) bestätigte: Recycelte Polyesterkleidung setzt rund 55 % mehr Mikroplastikteilchen frei und die Fasern sind etwa 20 % dünner. Das Problem: Je kleiner die Fasern, desto leichter gelangen sie durch Filter oder sogar in menschliches Gewebe. Ein versteckter Nachteil, über den kaum jemand spricht.

    Warum kleinere Mikroplastikpartikel gefährlicher sind

    Eine aktuelle Studie im Fachjournal Carbon Research zeigt deutlich: Wie stark Mikroplastik im Darm aufgenommen wird, hängt vor allem von der Größe der Partikel ab. Teilchen größer als etwa 150 µm werden kaum aufgenommen, aber Partikel kleiner als 20 µm können die Darmwand durchdringen. Noch kleinere Mikro- und Nanoplastikpartikel (unter 5–10 µm) schaffen es sogar, Zellbarrieren zu überwinden und in Körperzellen einzudringen.

    Genau das macht die feineren Fasern aus recyceltem Polyester so bedenklich. Forschungen aus den Jahren 2024 bis 2025 kommen zu dem Schluss, dass Mikroplastik im einstelligen Mikrometerbereich am gefährlichsten ist, weil es tief in Organe eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen kann. Eine Studie, über die The Guardian 2022 berichtet hat, fand Mikroplastik im Blut von 80 % der getesteten Personen, mit Partikeln bis hinunter zu 0,7 µm.

    Der „Trojanische Pferd“-Effekt: Mikroplastik verstärkt die Aufnahme von Schadstoffen

    Hier kommt das Ergebnis, das mich wirklich alarmiert hat. Eine bahnbrechende Studie der Rutgers University (2025) zeigte eine gefährliche Wechselwirkung: Wenn menschliche Darmzellen gleichzeitig Nanoplastikpartikeln und Schadstoffen (z. B. Arsen oder Pestiziden) ausgesetzt werden, nehmen sie wesentlich mehr Schadstoffe auf als ohne Plastik.

    Die Zahlen sind erschreckend: Nanoplastik erhöhte die Aufnahme von Arsen im Darmgewebe um fast das Sechsfache. Und umgekehrt förderten die Schadstoffe auch die Aufnahme der Plastikpartikel.

    Mit anderen Worten: Die kleinen Kunststoffpartikel wirken wie Transportmittel, die Schadstoffe tiefer in den Körper einschleusen – ein Vorgang, den Wissenschaftler „Poly-Kontamination“ nennen.

    Was bedeutet das für recyceltes Polyester? Seine feineren Fasern in Kombination mit der höheren chemischen Belastung könnten eine gefährliche Mischung ergeben: Mikroplastik als Träger, das Schadstoffe direkt in deinen Körper transportiert.

    Wie der Körper Mikroplastik aufnimmt

    Mikrofasern sind längst nicht nur ein Ozeanproblem – sie sind auch in Hausstaub und Raumluft zu finden. Beim Tragen oder Waschen von Polyesterkleidung lösen sich Fasern, die in der Luft schweben und eingeatmet werden können.

    Laut Pure Earth Collection können Babys, die auf Polyesterteppichen krabbeln oder Fleece tragen, diese Fasern einatmen oder verschlucken. Mikroplastik wurde sogar in Lungengewebe, Organen und in der Plazenta nachgewiesen.

    Frühe Studien bringen Mikroplastik im Körper mit Entzündungen, oxidativem Stress und Hormonstörungen in Verbindung. Ein drastisches Beispiel: Polyesterunterwäsche wirkte in einer Untersuchung wie ein natürliches Verhütungsmittel, weil sie die Spermienzahl bei Männern verringerte. Solche Effekte sind selten, zeigen aber, dass synthetische Kleidung viel direkter auf unseren Körper wirkt, als man bisher dachte.

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    Ist recyceltes Polyester für alle sicher?

    Babys und Kinder

    Babys sind anfälliger, weil ihr Körper sich noch entwickelt und sie Stoffe gerne in den Mund nehmen. Plüschtiere aus Polyester, Fleece-Decken oder Sleepsuits aus recyceltem Polyester verlieren Fasern, die eingeatmet oder geschluckt werden können.

    Kritisch ist dabei die Partikelgröße: Unter etwa 20 µm können Mikroplastikteilchen die Darmwand passieren – und gerade bei Babys ist noch weniger bekannt, wie ihr Körper mit dieser Belastung umgeht. Es geht nicht um eine akute Vergiftung, sondern um schwer einschätzbare Langzeitwirkungen, weshalb ich für Kinder, wo immer möglich, Naturfasern wähle.

    Wenn du recyceltes Polyester für Kinder nutzt, dann am besten nur von vertrauenswürdigen Marken, die klare Sicherheitsstandards einhalten, und immer vor dem ersten Tragen waschen.

    Besonders vorsichtig wäre ich bei Schlafkleidung und allem, was direkt auf der Haut liegt oder leicht in den Mund wandert.

    Schwangere Frauen

    In der Schwangerschaft sind hormonell wirksame Substanzen wie BPA ein Thema, weil sie das empfindliche Hormonsystem von Mutter und Kind beeinflussen können. Studien zu Mikroplastik zeigen, dass winzige Partikel die Aufnahme anderer Schadstoffe im Darm verstärken können, was den Gesamt-Mix an Belastungen problematischer macht.

    Die größten BPA-Quellen bleiben Verpackungen, Dosenbeschichtungen und Kassenzettel – nicht Kleidung. Trotzdem können Schwangere einfach vorsorgen, z. B. eine dünne Baumwollschicht unter synthetischer Sportbekleidung tragen, um den direkten Schweißkontakt mit Polyester zu minimieren.

    Tipps für den sichereren Umgang mit recyceltem Polyester

    Wenn du bereits recyceltes Polyester im Schrank hast oder dich bewusst dafür entscheidest, kannst du mit ein paar einfachen Schritten mögliche Risiken reduzieren:

    1. Zertifizierte Produkte wählen: Achte auf OEKO-TEX® STANDARD 100 oder bluesign®. Diese Labels prüfen auf Schadstoffe oder regeln, welche Chemikalien überhaupt eingesetzt werden dürfen.

    2. Vor dem ersten Tragen waschen: Neue Teile einmal mit mildem Waschmittel waschen; das kann oberflächliche Rückstände wie überschüssige Ausrüstungen oder Farbstoffe deutlich verringern.

    3. Schonend waschen: Kaltes Wasser und sanfte Programme reduzieren Faserbruch und damit Mikrofaserausstoß.

    4. Mikrofasern auffangen: Spezielle Waschbeutel (z. B. Guppyfriend) oder Filter fangen einen Teil der Mikrofasern ab, bevor sie ins Abwasser gelangen – wichtig, weil Mikroplastik als Träger für andere Schadstoffe wirken kann.

    5. Schichten statt Direktkontakt: Trage unter Fleece oder Sportkleidung aus recyceltem Polyester eine dünne Schicht aus Baumwolle, um den direkten Hautkontakt zu verringern.

    6. Naturfasern für viel Hautkontakt: Bei Unterwäsche, Bettwäsche und allem, was stundenlang direkt auf der Haut liegt, sind Naturfasern wie recycelte Baumwolle oder Bio-Baumwolle aus gesundheitlicher Sicht die bessere Wahl.

     

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    Mein Fazit zu recyceltem Polyester

    Nach all dieser Recherche bin ich bei einem Punkt angekommen: Recyceltes Polyester ist eine wichtige Innovation für die Nachhaltigkeit – es reduziert Plastikmüll und den CO₂-Fußabdruck. Aber ich bin nicht mehr bereit, es automatisch als unbedenklich zu sehen, nur weil es als „umweltfreundlich“ vermarktet wird.

    Die neueren Studien zeichnen ein deutlich klareres – und ehrlich gesagt beunruhigenderes – Bild, als wir noch vor einem Jahr hatten. Wir wissen inzwischen, dass recycelte Kunststoffe mehr Chemikalien enthalten können als neuer Kunststoff, dass kleinere Mikrofasern leichter in den Körper eindringen und dass Mikroplastik die Aufnahme von Schadstoffen im Körper fast versechsfachen kann. Das sind keine Gründe für Panik, aber sehr wohl Gründe, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen.

    Der Kontext macht den Unterschied: gelegentliches Tragen versus dauerhafter Einsatz, zertifizierte hochwertige Ware versus billiges Fast-Fashion-rPET mit mehr Verunreinigungen. Die ökologischen Vorteile von recyceltem Polyester sind real – aber deine gesundheitlichen Entscheidungen sollten genauso ernst genommen werden.

    Meine Jacke besitze ich immer noch, aber ich wasche sie im Guppyfriend-Beutel*, trage sie über langärmeligen Teilen und setze bei neuer Kleidung vor allem auf Bio-Baumwolle und andere Naturmaterialien. Wenn du informiert bleibst und beim Neukauf bewusste Entscheidungen triffst, kannst du nachhaltige Materialien nutzen, ohne deine Gesundheit aus den Augen zu verlieren – und tust damit sowohl deiner Familie als auch der Erde etwas Gutes. Vergleiche Marken, achte auf Zertifizierungen und frag ruhig nach, was genau in den T‑Shirts oder Shorts steckt, die in deinen Lieblingsläden hängen.

    FAQ: Häufige Fragen dazu, ob recyceltes Polyester schädlich ist

    Ist recycelte Kleidung gesund?

    Sie gilt unter normalen Bedingungen als sicher, aber „sicher" ist relativ. Recyceltes Polyester besteht aus demselben PET-Kunststoff wie normales Polyester – Studien zeigen jedoch, dass recycelte Varianten oft höhere Gehalte an Stoffen wie BPA aufweisen. Die Wahl zertifizierter Produkte ist entscheidend, besonders bei Kleidungsstücken mit direktem Hautkontakt zur Haut. Ich empfehle zertifizierte Textilien und achte besonders auf den Einsatz bei Kindern und Sportbekleidung.

    Wie wird recyceltes Polyester hergestellt?

    Recyceltes Polyester (rPET) wird meist aus alten PET-Flaschen hergestellt, seltener aus Textilabfällen. Laut dem Ecolife Fabric Guide reichen etwa fünf Plastikflaschen, um genug Faser für ein T-Shirt zu gewinnen. Die gesammelten PET Plastikflaschen werden gereinigt, zerkleinert, zu Polyesterchips verarbeitet und eingeschmolzen, um daraus neues Garn zu spinnen – ein Recyclingprozess, der CO2 Emissionen im Vergleich zur Herstellung aus Erdöl deutlich senkt. Dieser Prozess verwandelt Plastikmüll in neue Kleidung, Jacken, Rucksäcke oder Heimtextilien.

    Gibt es BPA in recyceltem Polyester?

    Ja, manche recycelten Polyesterstoffe enthalten Spuren von BPA. Eine Studie aus 2024 fand median 13,5 ng/g BPA in recycelten Textilien – fast doppelt so viel wie in herkömmlichem Polyester. Das BPA stammt aus dem recycelten Kunststoff und kann beim Recycling aus dem ursprünglichen Plastik oder durch Material ins Gewebe gelangen. "Zusätzlich zu BPA enthalten recycelte Textilien oft Bisphenol S (BPS), das als BPA-Ersatz verwendet wird, aber ähnliche gesundheitliche Auswirkungen hat. OEKO-TEX-und GOTS zertifizierte Produkte verbieten BPA/BPS in Babytextilien – ein Grund, warum die Zertifizierung bei der Auswahl von Bekleidung so wichtig ist.

    Gibt recyceltes Polyester Mikroplastik ab?

    Ja, und mehr als normales Polyester. Forschung zeigt, dass recyceltes Polyester beim Waschen etwa 55 % mehr Mikrofasern freisetzt als herkömmliche Polyesterfasern. Diese Fasern sind rund 20 % dünner und damit potenziell riskanter – Partikel unter 20 µm können die Darmwand passieren. Das Problem: Mikroplastik aus Textilien trägt erheblich zum Plastikproblem in der Umwelt bei. Ein Mikrofasern-Waschbeutel hilft, den Abfall von Chemiefasern ins Wasser zu reduzieren und ist die beste Option gegen dieses Problem.

    Ist recyceltes Polyester gut?

    Recyceltes Polyester (rPET) ist gut für die Umwelt – es spart etwa 59 % Energie, reduziert Plastikmüll und benötigt weniger Rohstoffe als die Produktion aus Erdöl. Das Material bietet klare Vorteile für die Nachhaltigkeit und wird zunehmend von Unternehmen in der Textilindustrie eingesetzt. Gesundheitlich ist es jedoch nicht automatisch unbedenklicher als neues Polyester.

    Studien zeigen: Recycelte Kunststoffpellets können bis zu 491 verschiedene Chemikalien enthalten, und recyceltes Polyester setzt beim Waschen rund 55 % mehr Mikrofasern frei als herkömmliches. Die Qualität und Zertifizierung machen den Unterschied: Zertifizierte Produkte mit OEKO-TEX® Standard 100 sind deutlich sicherer als günstige Fast-Fashion ohne Prüfsiegel. Bei der Wahl von Stoffen für T-Shirts, Jacken oder Sportbekleidung lohnt sich ein Blick auf die Form der Herstellung und den Anteil an geprüften Materialien.

    Unser Tipp: Achte auf Zertifizierungen, wasche neue Teile vor dem ersten Tragen und wähle für direkten Hautkontakt lieber Naturfasern wie Baumwolle statt Kunstfaser.

    Welche Nachteile hat recyceltes Polyester?

    Zu den Hauptproblemen gehören höherer Mikrofaserausstoß in die Umwelt, mögliche Verunreinigungen aus dem Recyclingmaterial (Forschung zeigt: recycelter Kunststoff enthält mehr Chemikalien als neuer), kein echtes Kreislaufsystem in der Textilindustrie (98% des recycelten Polyesters stammt aus PET-Flaschen, nicht aus alten Textilien...Dies ist Downcycling, keine echte Zirkularität) und Beitrag zur Mikroplastikbelastung in Wasser und Umwelt. Im Gegensatz zu Naturfasern bleibt Polyester ein Kunststoff mit Auswirkungen auf Menschen und Natur. Die Infrastruktur für Textilrecycling ist noch begrenzt, und der Großteil recycelter Kleidungsstücke landet trotz allem als Abfall. Das Thema Alternativen zu Polyamid und anderen Chemiefasern gewinnt daher an Bedeutung, auch wenn recyceltes Polyester aktuell im Trend liegt.

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