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Artikel: Leben ohne Müll mit Baby - geht das überhaupt?

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    Leben ohne Müll mit Baby - geht das überhaupt?

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    Aus unserem Archiv: Charlott erzählt von ihrem damaligen Familienalltag. Altersangaben und persönliche Lebensumstände beziehen sich auf die Entstehung dieses Beitrags.

    Schon im Studium habe ich versucht mein Leben so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Deshalb war als ich schwanger wurde klar, dass wir auch bei unserem Baby auf Nachhaltigkeit achten werden. Gerade in der Babywelt gibt es unheimlich viele Einwegprodukte, meist sogar noch mit Plastik. Wir haben uns gefragt, ob man überhaupt ein Leben ohne Müll mit Baby führen kann und uns viele Gedanken gemacht.  

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     Charlott während sie arbeitet © Sophie Kröher 

    Rückblickend können wir sagen: beim Baby auf Müll zu verzichten fiel uns manchmal leichter als für uns selbst. Ich habe unheimlich viele Erstausstattungslisten gelesen und habe überlegt, welche herkömmlichen Produkte wir gegen eine nachhaltige Variante austauschen können. Überraschung: Ein Leben ohne Müll mit Baby ist gar nicht so schwer!
    Mit diesen Zero Waste Tipps, schaffst du es auch als Familie nachhaltig zu leben!

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    Weniger Müll mit Stoffwindeln © Sophie Kröher


    1. Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln

    Einwegwindeln machen über die Wickelzeit eine große Abfallmenge aus; wie viel genau, hängt von Verbrauch, Wickeldauer und Gewicht der benutzten Windeln ab. Deswegen haben wir uns trotz Waschen und anfänglicher Skepsis für Stoffwindeln entschieden. Und was soll ich sagen: Wir lieben es. Die gesamte Ökobilanz hängt allerdings auch von Herstellung, Waschweise, Trocknung und Nutzungsdauer ab. Stoffwindeln vermeiden Einwegabfall, sind aber nicht unter allen Bedingungen in jeder Umweltkategorie überlegen. Eine Einordnung der britischen Umweltbehörde zur Ökobilanz von 2023 macht diese Unterschiede deutlich. Beim nächsten Baby wollen wir es mit der „Methode Windelfrei“ ausprobieren. Dabei lernen Eltern, Signale ihres Babys wahrzunehmen und ihm passende Gelegenheiten zum Abhalten anzubieten. Wie gut das im Alltag klappt und wann Windeln gebraucht werden, ist individuell.

    1. Waschlappen statt Feuchttücher

    Wir wollten beim Wickeln weniger Einwegmüll produzieren und haben uns entschieden, Babys Po mit kleinen Waschlappen zu reinigen. Dafür bereiten wir zwei oder drei Mal in der Woche unsere Waschlappen vor und lagern sie griffbereit in einer Box. Für die Anwendung kannst du einen sauberen Waschlappen direkt vor dem Wickeln mit frischem Wasser anfeuchten. Saubere Lappen sollten zwischen den Einsätzen gut trocknen; benutze für den Pobereich eigene Tücher. Wenn unsere Lappen benutzt sind, kommen sie – genau wie die Stoffwindeln – in eine Wetbag. Womit wir direkt beim nächsten Punkt wären.

    1. Wetbag statt Windelbeutel

    Wetbags oder auch Nasstaschen genannt sind eine unglaublich geniale Erfindung und erleichtern ein Leben ohne Müll ungemein. Es gibt Modelle aus mit Polyurethan laminiertem Stoff, kurz PUL, und solche aus Wolle. PUL enthält Kunststoff und ist deshalb nicht plastikfrei. Wie dicht und pflegeleicht eine Tasche ist, hängt vom Modell und seiner Verarbeitung ab; für Wollmodelle gelten die jeweiligen Pflege- und Lanolinhinweise. Die Beutel sind dazu gemacht, feuchte Dinge darin aufzubewahren. Bei uns zuhause nutzen wir eine große Wetbag in welcher wir alle Stoffwindeln und Waschlappen bis zur nächsten Wäsche lagern. Dazu haben wir noch einige kleine Wetbags für nasse Schwimmsachen, Windeln von unterwegs oder nass gewordene Kleidung. Und auch unsere Tagesmutti packt die verwendeten Stoffwindeln dort rein und gibt sie am Nachmittag mit nach Hause. 

    orbasics-zero-waste-tipsTipps für ein Leben ohne Müll © Sophie Kröher

    1. Waschbare Stilleinlagen statt Einwegstilleinlagen

    Obwohl unsere Stillzeit nun schon ein wenig zurückliegt und ich auch nicht die gesamte Zeit Stilleinlagen verwendet habe, bin ich sehr froh welche aus Stoff ausprobiert zu haben. Denn zum einen fand ich die Stilleinlagen aus Papier sehr unangenehm und zum anderen hat man damit einen ziemlichen Müllberg. Ich habe mich damals für Stilleinlagen mit einer wasserfesten Außenschicht entschieden, damit nichts ausläuft. Es gibt aber auch ganz wunderbare aus Seide-Wolle- oder Baumwoll-Stilleinlagen. Sie erleichtern das Leben ohne Müll ungemein.

    1. Moltontücher statt Wickelunterlage

    Ich glaube jeder kennt sie: die bunt bedruckten Wickelunterlagen aus dem Drogeriemarkt. Es gibt sicherlich Mamas, welche die Unterlagen häufiger verwenden und vielleicht auch nur unterwegs, aber irgendwann landen sie im Müll. Wir haben darauf verzichtet und uns stattdessen von Freunden ein paar Moltontücher schenken lassen. Moltontücher aus Baumwolle sind saugfähig und durch ihre aufgeraute Oberfläche weich. Als einfache Stofflage nehmen sie Feuchtigkeit auf, sind aber ohne zusätzliche Beschichtung oder Sperrschicht nicht wasserdicht. Später ist bei uns noch eine Wickelunterlage aus Stoff eingezogen, die wir bis heute unterwegs immer dabei haben. Zuhause verwenden wir weiterhin die Moltontücher und tragen so zu einem Leben ohne Müll bei. Wickelunterlagen zum wegwerfen finde ich persönlich auch unpraktisch, weil sie unheimlich laut rascheln und die Unterlage durch die Plastikbeschichtung an der Unterseite oft ziemlich rutschig ist. Sie produzieren also nicht nur unheimlich viel Müll sondern verkomplizieren das Wickeln noch zusätzlich.

    1. Ausgewählte natürliche Babypflegeprodukte statt Pflegeprodukte aus der Drogerie

    Babypflege darf schlicht sein. Ob zusätzliche Pflege sinnvoll ist, hängt auch vom Zustand der Haut ab; Pflegeprodukte schädigen nicht grundsätzlich ihre Schutzbarriere. Unsere Tochter ist fast zwei Jahre alt und bis heute sind wir fast frei von Pflegeprodukten. Lediglich nach einem Schwimmbadbesuch verwenden wir mal ein mildes Shampoo oder cremen sie hin und wieder mit etwas Mandelöl ein. Als sie noch sehr jung war und öfter einen wunden Po hatte, haben wir auf Schwarztee oder Heilwolle zurückgegriffen. Und auch eine Dose des Windelbalsams aus der Bahnhof Apotheke steht immer griffbereit, kommt aber nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. 

    1. Babykleidung gebraucht statt neu kaufen

    Unsere erste Babykleidung haben wir damals gebraucht gekauft. Die Sachen waren so schon ein paar mal gewaschen und hatten keine Verpackungen mehr. Ich habe alles bei Mamikreisel oder aus der Umgebung gekauft und es war nicht ein Teil dabei, dass verwaschen oder abgenutzt wirkte. Wie auch? Babys tragen die Kleidung ja nicht lang. Dennoch haben wir auf Qualität und Materialien geachtet und die Babysachen später an Kinder im Freundeskreis verliehen.

    Es macht mich wirklich glücklich und ich finde es ist eine schöne Geste, wenn die kleinen Stücke weiterwandern und neue Babys wärmen. Heute stelle ich für meine Tochter immer eine Capsule Wardrobe zusammen. Das ist eine Garderobe mit wenigen ausgewählten Stücken, die sich aber gegenseitig ergänzen und so vielfältig miteinander kombinierbar sind. Saisonware wie zum Beispiel Wollhosen für den Winter leihen wir uns sogar.

    Es ist gar nicht so schwer auf Müll zu verzichten und ein Leben ohne Müll zu führen. Bei vielen Produkten kannst du zunächst mit der Anschaffung warten bis dein Baby auf der Welt ist. Dann kannst du schauen, was du wirklich brauchst. So vermeidest du Fehlkäufe. Wenn du die Erstausstattung für dein Baby vorbereitest, überleg dir sorgfältig welche Produkte zu eurem Familienleben passen und für euch praktisch sind. Es muss nicht direkt perfekt sein, aber hab Mut neue Dinge auszuprobieren! Viele kleine Schritte können auch sehr effektiv sein und zu einem Leben ohne Müll führen!  

    orbasics-zero-waste-tipsFoto von Luma Pimentel auf unsplash

    Wenn du Pflegeprodukte ergänzen möchtest, findest du in unserem Beitrag über natürliche Babypflegeprodukte weitere Anregungen. Schau auf die Bedürfnisse deines Babys, nachvollziehbare Inhaltsstoffe und möglichst wenig unnötige Verpackung. Auch hier gilt: Du musst nicht alles kaufen, um gut für dein Kind zu sorgen.

       

    Orbasics-Author-Charlott

    Charlott ist bindungsorientierte Familienbegleiterin für ein grünes Familienleben. Sie möchte Eltern für den Weg zu einem achtsamen und minimalistischen Familienleben inspirieren. Ihre persönliche Mission ist es, die Welt enkeltauglicher zu machen. Minimalismus und Nachhaltigkeit haben schon vor der Geburt ihrer Tochter eine große Rolle gespielt.

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