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Nachhaltig reisen mit der Familie? So geht's!
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Der nächste Familienurlaub steht an und die Kleinen sind schon voller Vorfreude? Eine gemeinsame Auszeit kann wunderschön sein – und sie braucht Ressourcen. Eine 2024 veröffentlichte Studie schätzte den Anteil des Tourismus an den weltweiten Treibhausgasemissionen für das Jahr 2019 auf 8,8 Prozent. Dabei wurden auch Lieferketten berücksichtigt, etwa für Unterkünfte und Verpflegung. Die Zahl beschreibt dieses Untersuchungsjahr, keine aktuelle Messung für 2026.
Zum Glück gibt es vieles, das wir als Familie bewusster gestalten können, ohne auf schöne Urlaubsmomente zu verzichten. Auch ein Ziel in der Nähe kann sich nach einer ganz neuen Welt anfühlen. Hier sind unsere Tipps, wie du mit deiner Familie nachhaltiger reisen kannst.

Grün und nachhaltig reisen
Die An- und Abreise kann einen großen Teil der Klimabilanz eures Urlaubs ausmachen, besonders bei Fernflügen. Vergleicht deshalb schon bei der Zielwahl die Möglichkeiten: Bahn und Fernbus verursachen im Durchschnitt weniger Treibhausgase pro Personenkilometer als Flugzeug oder Auto. Die tatsächliche Bilanz hängt unter anderem von Strecke, Auslastung und Antrieb ab. Ein gut besetztes Auto kann ebenfalls eine praktische Alternative sein.
Manche Reiseziele lassen sich für eine Familie kaum ohne Flug erreichen. Prüft dann, ob sich mehrere kurze Reisen durch einen längeren Aufenthalt ersetzen lassen, und vergleicht möglichst direkte Verbindungen. Eine Airline wird durch ein grünes Werbeversprechen nicht automatisch umweltfreundlich. Wer zusätzlich Klimaschutzprojekte unterstützt, sollte auf nachvollziehbare, unabhängig geprüfte Projektangaben achten. Solche Zahlungen machen die Emissionen des Fluges nicht ungeschehen; Vermeiden und Reduzieren stehen an erster Stelle.

Bild von Leah Kelley @ Pexels
Unterstütze die lokale Wirtschaft
In kleinen Restaurants und auf Märkten könnt ihr regionale Gerichte entdecken und Menschen vor Ort kennenlernen. Wenn ihr bei lokalen Betrieben einkauft, unterstützt ihr deren Arbeit. Fragt ruhig nach, woher die Zutaten kommen und was gerade Saison hat. Ein Restaurant oder Marktstand vor Ort verwendet nicht automatisch regionale Lebensmittel – und ist auch nicht grundsätzlich günstiger als eine Kette.
Fragt vor Ort nach Restaurants und Märkten oder nutzt Tripadvisor als erste Orientierung. Achtet bei Bewertungen auf das Datum und konkrete Erfahrungen. Sie können hilfreiche Hinweise geben, sind aber kein Nachweis für die Nachhaltigkeit eines Betriebs.
Bild von Daria Shevtsova @ Pexels
Übernachtet umweltfreundlich
Bei Bio-Hotels und anderen Unterkünften lohnt sich ein Blick auf konkrete Maßnahmen: Woher kommt der Strom? Was wird gekocht? Wie könnt ihr ohne Auto anreisen? Eine LEED-Zertifizierung bewertet Aspekte nachhaltiger Gebäude. Sie ist kein umfassendes Gütesiegel für sämtliche Umwelt- und Sozialfragen eines Hotels oder eures gesamten Urlaubs. Prüft deshalb, was genau zertifiziert wurde und welche weiteren Angaben die Unterkunft belegt.
Zum Stöbern empfehlen wir weiterhin Ecobnb. Die Plattform bündelt Unterkünfte mit einem Umweltfokus. Nach ihren Teilnahmebedingungen müssen sie mindestens fünf von zehn Umweltkriterien erfüllen. Die Angaben stammen zunächst von den Unterkünften selbst; Reisende können sie anschließend bewerten. Ein Eintrag bedeutet daher nicht automatisch eine unabhängige Zertifizierung. Schaut euch die konkreten Kriterien und Nachweise an – und vielleicht findet ihr dort euren Lieblingsplatz mit einem Buch und einer gemütlichen Hängematte.
Bild von Tatiana Syrikova @ Pexels
Weniger Einwegplastik unterwegs
Weniger Einwegplastik macht auch unterwegs einen Unterschied. Das UN-Umweltprogramm nennt eine geschätzte jährliche Menge von 19 bis 23 Millionen Tonnen Plastikabfall, die in aquatische Ökosysteme gelangt – dazu zählen Flüsse, Seen und Meere. Nehmt wiederverwendbare Trinkflaschen mit und füllt sie dort auf, wo das Wasser ausdrücklich als Trinkwasser geeignet ist. Ob Leitungswasser oder ein Wasserspender dafür infrage kommt, solltet ihr am jeweiligen Reiseziel prüfen.
Auch Kleidung und Ausrüstung können durch Abrieb Mikroplastik freisetzen. Trotzdem müsst ihr funktionierende Jacken oder Zelte nicht vorschnell ersetzen. Nutzt, pflegt und repariert, was ihr schon habt, oder leiht euch selten benötigte Ausrüstung. Bei einem Neukauf helfen konkrete Angaben zu Material, Beschichtung und Reparaturmöglichkeiten. Naturfasern sind nicht automatisch langlebiger, und kein neu hergestelltes Produkt kommt ohne Ressourcenverbrauch aus.
Bilder von Tatiana Syrikova @ Pexels
Seid grüne Gäste
Auch in der Unterkunft könnt ihr Wasser und Energie bewusst nutzen. Lasst Handtücher und Bettwäsche wechseln, wenn es nötig ist, und fragt nach der Regelung des Hauses – ein aufgehängtes Handtuch wird nicht überall gleich verstanden. Schaltet ungenutztes Licht aus und nutzt Heizung oder Klimaanlage passend zum Bedarf. Kleine Gewohnheiten, die ihr vielleicht schon von zu Hause kennt, begleiten euch so auch auf Reisen.
Bilder von Karolina Grabowska @ Pexels
Bilde deine Kinder weiter
Nehmt eure Kinder mit ins Gespräch: Warum fahren wir diesmal mit dem Zug? Warum füllen wir unsere Flaschen nach? So wird bewusstes Reisen greifbar. Lasst Raum für ihre Fragen und Ideen. Vielleicht erinnern sie euch beim nächsten Urlaub schon selbst daran, das Licht auszumachen oder das Handtuch noch einmal zu benutzen.

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