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Was macht Kleidung wirklich nachhaltig?
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Wir lieben unsere Kinder, unseren Planeten und Mode. Als Eltern möchten wir bewusst auswählen – auch bei Kinderkleidung. Doch Begriffe wie „grün“, „bio“ und „fair“ sagen allein noch wenig darüber aus, wie ein Stück hergestellt wurde. Die folgenden Fragen helfen dir, genauer hinzusehen.
Lass uns herausfinden, was echte nachhaltige Mode ausmacht!
© Orbasics
Warum ist es überhaupt wichtig?
Warum ist es wichtig, dass sich in der Modeindustrie etwas ändert? Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Kleidung belasten Umwelt und Ressourcen. Die Ellen MacArthur Foundation veranschaulichte das Ausmaß in ihrem Bericht von 2017: Weltweit wurde demnach pro Sekunde das Äquivalent einer Lastwagenladung Kleidung verbrannt oder deponiert. Das ist ein Vergleich aus diesem Bericht, keine laufende Messung für 2026.
Hinter jedem Kleidungsstück stehen außerdem Menschen. Deshalb gehören Arbeitsbedingungen, Löhne und der Schutz vor Kinder- und Zwangsarbeit für uns unbedingt zur Frage, wie nachhaltig Mode ist.
Die schlechte Nachricht zuerst
Um ganz ehrlich zu sein, so etwas wie 100% nachhaltige Kleidung gibt es gar nicht. Man könnte mit seiner Familie den ganzen Tag nackt rumlaufen, aber falls du jemals den Berliner Winter gespürt hast, ist das keine reelle Option.
Auch Bio-Baumwolle braucht Anbauflächen, Wasser und Verarbeitung. Baumwolle wächst übrigens auch in Europa, insbesondere in Griechenland und Spanien. Welche Wege ein Kleidungsstück zurücklegt, hängt von seiner konkreten Lieferkette ab. Umso hilfreicher sind nachvollziehbare Angaben zu Anbau und Herstellung.
Die gute Nachricht
Es gibt trotzdem viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu sein. Wir alle haben es selbst in der Hand, besser Entscheidungen zu treffen. Jedes Mal, wenn du in der Stadt einkaufst oder Online nach Neuheiten stöberst, kannst du dich für etwas entscheiden, dass weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat. Und die Zahl der nachhaltigen Optionen wächst sogar!
Fangen wir an, etwas Licht in die Sache zu bringen.
Nachhaltige Mode - Die Basics
Für eine bewusstere Wahl schauen wir auf drei eng verbundene Bereiche. Die folgenden Begriffe sind eine Orientierung, keine drei einheitlichen Gütesiegel:
- Ethische Mode
- Bio Mode
- Faire Mode
Zum Glück gibt es Überlappungen bei den drei. Und wie du dir bestimmt schon gedacht hast, liegt der Sweet Spot in der Mitte. Wenn du das nächste Mal für deine Kinder einkaufst, kannst du dir die folgenden Fragen stellen.
Ethische Mode
Frage: Wer hat meine Kleidung hergestellt?
Wie der Name schon sagt, dreht sich dieser Teil der Modeindustrie darum, gute und soziale Bedingungen für die Menschen hinter der Kleidung zu schaffen. Ehrliche Kleidung, mit ethischen Standards und einer Bekennung zu Menschenrechten. Hiermit sind Arbeitsstandards, gerechte Löhne, Gesundheitsversorgungen und der Schutz von Kindern vor Kinderarbeit gemeint. Eine Modemarke sollte immer einen Verhaltenskodex mit ihren Herstellern und Lieferanten haben.
Bio-Mode
Frage: Was wird unternommen, um die Umweltbelastung zu reduzieren?
Dieser Teil der Industrie dreht sich um die Umweltauswirkungen von Mode. Zum Beispiel die Verwendung von Pestiziden, Chemikalien während der Produktion wie Bleichmittel oder die Praxis von Wasserrecycling. Hier kommt nachhaltige Mode ins Spiel. Eine GOTS-Zertifizierung ist zum Beispiel ein guter Indikator für Bio-Baumwolle. Frage Brands einfach nach den verwendeten Stoffen und schau bei den Produkten, die dir gefallen nach den verwendeten Rohmaterialien.
Faire Mode
Frage: Bekommt jeder in der Lieferkette einen fairen Anteil?
Faire Mode bedeutet für uns, dass die Menschen hinter einem Kleidungsstück angemessen von ihrer Arbeit leben können. Bei Fairtrade sind die Instrumente genauer definiert: Für Baumwolle gibt es unter anderem Mindestpreise und eine Prämie, während der Textilstandard Anforderungen an Arbeitsbedingungen und die Entwicklung hin zu existenzsichernden Löhnen enthält. Das ist kein einheitlicher Mindestverkaufspreis für fertige Kleidung. Transparenz hilft beim Nachfragen; sie allein beweist noch keine fairen Bedingungen.
Nachhaltige Kleidung - Eine praktische Anleitung
Wir haben uns angeschaut, welche allgemeinen Fragen man sich bei Kleidung stellen sollte. Lass uns noch tiefer eintauchen und über die Dinge lernen, auf die man konkret beim Einkauf im Laden oder im Online Shop achten sollte:
- Materialien
- Produktion
- Soziale Auswirkung
- Lieferkette
- Deine Garderobe
1. Materialien - Woraus wird meine Kleidung hergestellt?
Bio-Baumwolle stammt aus kontrolliert biologischem Anbau. Wasserverbrauch, Energiebedarf und Treibhausgasemissionen hängen von Anbau, Bewässerung, Verarbeitung und Untersuchungsgrenzen ab. Zahlen einer einzelnen Ökobilanz lassen sich nicht als feste Einsparungen auf jedes Bio-Baumwollkleidungsstück oder ein Orbasics-Produkt übertragen.
Auch Leinen und Hanf sind interessante Naturfasern. Ihr Wasserbedarf und ihre Haltbarkeit hängen jedoch von Anbau, Verarbeitung und dem fertigen Stoff ab; ein pauschaler Vorteil gegenüber jeder Baumwolle lässt sich daraus nicht ableiten. Ein weiteres Material, das uns interessiert, ist Piñatex. Es nutzt Ananasblattfasern aus Ernteresten, ist aber kein reines Naturleder. Laut Herstellerangaben enthält es auch den Kunststoff PLA und eine Beschichtung aus Polyurethan. Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Variante; das fertige Material ist nicht vollständig biologisch abbaubar.
2. Produktion - Wie wird meine Kleidung hergestellt?
Wie wird deine Kleidung hergestellt? Achte auf nachvollziehbare Angaben zu Chemikalien, Abwasser, Energie und Materialien. Eine Bio-Faser allein beschreibt noch nicht den gesamten Herstellungsprozess. Der Global Organic Textile Standard, kurz GOTS, umfasst zusätzlich Anforderungen an Verarbeitung sowie Umwelt- und Sozialbedingungen. Auch andere Siegel können hilfreich sein. Entscheidend ist, was sie tatsächlich prüfen und ob das konkrete Produkt unter ein gültiges Zertifikat fällt – kein Siegel garantiert den geringstmöglichen Umwelteinfluss in jeder Hinsicht.
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3. Soziale Auswirkung - Wer produziert meine Kleidung?
Achte darauf, wie eine Marke Arbeitsbedingungen, Löhne und den Schutz der Beschäftigten belegt. Ein Bio-Nachweis für die Faser kontrolliert nicht automatisch alle sozialen Bedingungen der weiteren Herstellung. Standards wie GOTS enthalten auch soziale Kriterien; andere Zertifikate konzentrieren sich auf andere Bereiche. Frage deshalb nach dem Geltungsbereich, den Produktionsstätten und den Nachweisen für das konkrete Produkt.
4. Lieferkette - Wie kommt meine Kleidung zu mir?
Von der Faser bis zum fertigen Stück gibt es viele Stationen: Anbau, Spinnen, Weben oder Stricken, Färben, Zuschneiden und Nähen. Oft übernehmen verschiedene Betriebe diese Schritte. Eine nachvollziehbare Lieferkette hilft dir zu erkennen, wer beteiligt ist. Ob alle fair bezahlt werden, braucht darüber hinaus konkrete Belege.
Auch beim Versand kannst du bewusster wählen: Bestelle möglichst gezielt, vermeide unnötige Rücksendungen und schau auf Verpackungsmenge und Transportart. Bei Angeboten mit CO₂-Kompensation lohnt sich ein Blick auf das finanzierte Projekt und dessen Nachweise. Ein Ausgleichsversprechen bedeutet nicht, dass beim Transport keine Emissionen entstehen.

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5. Deine Garderobe - Wie kann ich eine nachhaltige Garderobe zusammenstellen?
Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, wie und von wem deine Kleidung hergestellt wird, sondern auch um die Art der Artikel die wir kaufen und wie wir sie behandeln. Indem wir uns eher für schöne Basics und weniger für saisonale Trends entscheiden, bauen wir eine zeitlose Garderobe auf - mit Stücken die wir alle viel öfter tragen.
Nicht alles muss brandneu sein. Secondhand, Tauschen und Weitergeben können Lieblingsstücken ein längeres Leben schenken. Auch eine neue Verwendung ist schön: Ein älteres T-Shirt kann zum Sportshirt werden, eine Jeans zur Arbeitshose. Das ist Wiederverwendung; beim Recycling werden dagegen Materialien aufbereitet, um neue Produkte daraus herzustellen.
Du kannst etwas verändern!
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ein Modeprodukt als "nachhaltig" zu bezeichnen. Als Konsument und Fashion-Liebhaberin gibst du mit jedem Kauf eine Stimme ab: nachhaltig oder nicht-nachhaltige Mode. Dein neues T-Shirt oder deine neue Jeans kreuzen vielleicht nicht alle oben genannten Kästchen an, aber der erste Schritt ist, sich bewusst zu werden, was man kauft. Du machst schon einen guten Job! Lass uns eine Zukunft schaffen, in der unsere Kinder grüne und nachhaltige Mode für selbstverständlich halten.
Die letzte Frage die wir vielleicht stellen könnten ist: Wer bekommt deine Stimme?
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3 Kommentare
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Rae
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Prakash Dutt
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Prakash Dutt
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