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Second Hand Kinderkleidung – der einfachste Weg zu einem nachhaltigen Kleiderschrank
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Heute selbst Mutter, verstehe ich die Intention meiner Eltern vermutlich noch besser als damals. Wenn die ersten Kinderkleider ungetragen aussortiert werden müssen, fängt bei den meisten Eltern ein Umdenken an. Brauchst du Strampler Nummer zehn wirklich und muss es immer das Neuste vom Neusten sein?
Secondhand passt wunderbar zu unserem Wunsch, vorhandene Dinge länger zu nutzen. Wo du Kinderkleidung aus zweiter Hand findest und worauf es beim Kaufen und Weitergeben ankommt, zeigen wir dir hier.
Warum eigentlich Second Hand Kinderkleidung?
Gerade bei Kinderkleidung lohnt sich ein zweiter Blick: Gut erhaltene Stücke können noch vielen Familien Freude machen. Wir mögen Bio-Kinderkleidung besonders gern. Wie lange ein Teil hält und was du beim Weiterverkauf dafür bekommst, hängt aber auch von Verarbeitung, Pflege, Zustand und Nachfrage ab. „Bio“ allein garantiert weder eine längere Lebensdauer noch einen bestimmten Wiederverkaufswert. Prüfe Nähte, Bündchen und Stoff – so findest du Lieblingsstücke, die noch eine Runde mitmachen.
Auch Glitzer- oder Merchandise-Kleidung lässt sich gebraucht finden. Vorhandene Kleidung weiterzutragen kann Ressourcen sparen, besonders wenn sie einen Neukauf ersetzt und lange genutzt wird. Wie groß der Vorteil ausfällt, hängt unter anderem von Transport und Pflege ab. Die Europäische Umweltagentur zählt längere Nutzung und Wiederverwendung zu den wichtigen Ansätzen für einen bewussteren Umgang mit Textilien. Und oft freut sich dabei auch der Geldbeutel.
Foto von Markus Spiske @ Unsplash
Do's and Don'ts
Sicher stellst du dir nun die Frage, was du beim Kauf von Second Hand Kinderkleidung beachten solltest. Damit du keine böse Überraschung erlebst, haben wir die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:
1. Die richtige Größe?
Achte auf eine bequeme Passform und lass dir beim Onlinekauf die Maße nennen. Kleine Änderungen, etwa ein kürzerer Saum, sind manchmal selbst machbar oder können von einer Änderungsschneiderei übernommen werden. Kläre Aufwand und Kosten vorher: Nicht jeder Schnitt lässt sich einfach und günstig anpassen.
2. Die Menge machts
Wenn du bei derselben Person mehrere passende Stücke findest, kannst du nach einem Paketpreis fragen und den Versand bündeln. Das spart einzelne Verpackungen und Sendungen. Kaufe trotzdem nur, was ihr wirklich braucht – ein großes Kleiderpaket lohnt sich wenig, wenn die Hälfte ungetragen bleibt.
3. Nicht alles muss Second Hand sein
Unser Tipp: Unterwäsche oder Strümpfe lieber neu kaufen, wenn du dich damit wohler fühlst. Bei gebrauchten Kinderschuhen zählen vor allem Passform und Zustand. Prüfe Innenraum, Sohle und einseitige Abnutzung sorgfältig. Das gilt auch für Barfußschuhe: Ihre Bauart macht ein getragenes Paar nicht automatisch für jeden anderen Kinderfuß passend.
4. Rechte bei Privatkäufen
Beim Kauf von privat besteht in Deutschland normalerweise kein gesetzliches Widerrufsrecht wie bei vielen Onlinekäufen im gewerblichen Shop. Eine Rücknahme lässt sich aber vereinbaren. Davon zu unterscheiden sind Rechte bei Mängeln: Privatverkäufer können die Gewährleistung unter bestimmten Voraussetzungen ausschließen; ein solcher Ausschluss schützt etwa nicht beim arglistigen Verschweigen eines Mangels. Die Verbraucherzentrale erklärt die Unterschiede. Kläre Zustand, Maße und Rücknahme vor dem Kauf und lies gegebenenfalls auch die Bedingungen des Plattform-Käuferschutzes.
5. Capsule Wardrobe
Minimalismus liegt gerade voll im Trend, denn weniger ist mehr. Erstelle mit Hilfe eines Moodboards deine individuelle Capsule Wardrobe und versuche, mit so wenig Kleidungsstücken wie möglich, die verschiedensten Outfits zu erstellen. Kombiniere deine liebsten Farben und Schnitte zu einem perfekten Kleiderschrank und tobe dich kreativ aus! Du kannst dein Moodboard aus Zeitschriften und Fotos basteln oder ein digitales Moodboard auf Plattformen, wie Pinterest, erstellen. Spaß und Inspiration garantiert!
6. Aus Alt mach Neu
Stichwort: Thrift-Flip! Auch aus den Modesünden von anderen kann man noch schicke Outfits zaubern. Werde kreativ beim Upcycling von Second Hand Kleidung. Du kannst zum Beispiel sehr einfach aus Röcke aus Kleidern machen oder deine neuen Jeans mit alten Stoffen und Stickereien verzieren - dafür musst du kein Profi an der Nähmaschine sein. Es gibt sogar viele Tricks, wie man Kleidung ganz ohne zu Nähen upcyceln kann! Beim Upcycling sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, oft findet man gerade auf Plattformen wie Youtube oder Pinterest tolle Anleitungen und Tipps und Tricks!
Online - für jeden etwas dabei
Früh aufstehen ist nicht so deins und bei Wind und Wetter auf dem Flohmarkt nach Schnäppchen und Schätzen suchen passt einfach nicht in dein Lebenskonzept? Kein Problem, denn die Auswahl an Onlineshops für Second Hand Kinderkleidung ist mindestens genauso riesig.
1. Vinted
Auf Vinted, in Deutschland entstanden aus Kleiderkreisel und Mamikreisel, findest du gebrauchte Kinderkleidung verschiedener Marken und Preisklassen. Auch Bio-Kindermode kannst du gezielt suchen. Prüfe Materialetikett, Fotos und Zustandsbeschreibung des einzelnen Angebots.
2. Depop
Bei Depop bieten Verkäuferinnen und Verkäufer Kleidung aus verschiedenen Ländern an. Für einzelne Vintage- oder besondere Markenstücke kann sich die Suche lohnen. Achte auf Größen, Lieferland und Versandkosten; nicht jedes Angebot lässt sich nach Deutschland bestellen.
3. Poshmark
Poshmark ist vor allem für Leserinnen und Leser mit einer passenden Lieferadresse im unterstützten Markt interessant. Der US-Marktplatz bietet laut seinen Versandinformationen keinen direkten internationalen Versand nach Deutschland. Für den deutschen Alltag sind die hier genannten lokalen Shops und Plattformen meist praktischer.
4. Etsy
Auf Etsy kannst du nach besonderen Vintage-Stücken stöbern. Dabei bedeutet Vintage nach den Etsy-Regeln mindestens 20 Jahre alt. Etsy ist deshalb keine allgemeine Anlaufstelle für beliebige moderne Secondhand-Kinderkleidung. Prüfe auch hier Alter, Material, Maße und Zustand des jeweiligen Stücks.
5. Vestiaire Collective
Wenn du gezielt nach Designerstücken suchst, kannst du bei Vestiaire Collective stöbern. Preise und Ersparnis gegenüber Neuware unterscheiden sich je nach Marke, Zustand und Angebot. Ein Vergleich lohnt sich.
6. Kleinanzeigen oder nebenan.de
Wer Kleidung in der Nähe abholen möchte, kann auf Kleinanzeigen, nebenan.de oder Facebook Marketplace suchen. Kleinanzeigen heißt seit Mai 2023 ohne den Zusatz „eBay“. Vereinbart vorab, welche Stücke ihr ansehen möchtet und ob die Abholung für beide Seiten passt.
7. Räubersachen
Es steht ein besonderer Anlass vor der Tür oder du brauchst gewisse Kleidung nur für einen absehbaren Zeitraum? Dann miete dir doch einfach das passende Teil bei Räubersachen. Und wenn du dich doch in das ein oder andere Teil verliebst, kannst du es ganz einfach auslösen und behalten!
8. Loop & Sprout
Bei Loop & Sprout kaufst du Secondhand-Kinderkleidung direkt im Shop. Der Anbieter beschreibt seine Auswahl mit festen Zustandskategorien und gibt an, die Stücke zu prüfen und aufzubereiten. Bei unserer Recherche waren darunter auch Wollsachen von Disana, hessnatur und Pure Pure. Die Auswahl wechselt – schau deshalb bei jedem Stück auf Material, Maße und Zustand. Das gesamte Sortiment besteht nicht ausschließlich aus Bio- oder Naturfasern.
9. Second Hand Shops online
Wenn du kleinere Shops entdecken möchtest, schau bei Mama Mias Second Händchen oder ohlàlà boutique vorbei. Ohlàlà konzentriert sich auf Marken- und Designermode für Kinder bis Größe 152 und führt neben getragener Kleidung auch ungetragene Stücke. Naturfasern wie Wolle, Baumwolle und Leinen gehören zur Auswahl; die konkrete Zusammensetzung findest du beim jeweiligen Angebot.
10. Regionalzeitungen
Und wenn du dann doch mal Lust haben solltest, einen Basar oder Flohmarkt zu besuchen lohnt es sich, in den örtlichen Zeitungen oder Facebookgruppen nachzusehen. Dort findest du die schönsten Märkte deiner Umgebung und kannst das ganze vielleicht sogar mit einem tollen Familienausflug verbinden.
Unser Tipp: Manche Kinderkleiderbasare haben einen früheren Einlass für Schwangere. Schau in die Veranstaltungsinfos, ob es diese Möglichkeit gibt und ob ein Mutterpass vorgezeigt werden soll.
Natürlich gibt es noch viele verschiedene andere Möglichkeiten, ein tolles Second Hand Shopping Erlebnis zu haben. Traue dich neue Dinge auszuprobieren und finde die perfekte Plattform für dich.
Second Hand Kleidung ist keine Einbahnstraße
Deine Kinder sind aus ihren schönen „neuen“ Sachen schneller rausgewachsen, als es dir lieb ist? Nun kannst du den Kreislauf erhalten, indem du gut erhaltene Kleidung für weitere Kinder aufbewahrst.
Vergleiche vor dem Verkauf ähnliche Angebote und beschreibe den Zustand ehrlich. Wenn du ein Teil auf mehreren Plattformen einstellst, entferne die übrigen Anzeigen, sobald es verkauft ist. So vermeidest du doppelte Zusagen.
Damit sich deine potentiellen Kunden ein gutes Bild von deinem Produkt machen können, bietet es sich an, dass du die Kleidung so gut wie möglich beschreibst und auch die Maße angibst. Gute Bilder, am Besten im getragenen Zustand, verbessern deine Chance auf einen guten Preis.
Um besser gefunden zu werden bieten einige Plattformen die Möglichkeit an Hashtags oder Schlagwörter zu verwenden. So wirst du leichter bei einer gezielten Suche gefunden und machst damit mehr Leute auf deine tollen Produkte aufmerksam.
Foto von Maude Frédérique Lavoie @ Unsplash
Für eine bessere Welt
Secondhand-Kinderkleidung kann euren Kleiderschrank persönlich und abwechslungsreich machen. Besonders sinnvoll wird es, wenn ihr passende Teile auswählt, sie lange nutzt und gut erhaltene Lieblingsstücke anschließend weitergebt. So wird aus einem Fund vielleicht der neue Alltagsliebling einer weiteren Familie.
Dank des weitreichenden Netzwerks und endlosen Möglichkeiten ist ein endloses Horden getragener Kleidung älterer Geschwister nicht mehr nötig, denn irgendwo freut sich sicherlich jemand über deine ehemaligen Lieblingsteile.
Also worauf wartest du noch?
Du möchtest Kleidung spenden? Erkundige dich zuerst bei einer örtlichen Einrichtung, etwa einer Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes, der AWO oder der Caritas, welche Größen und Kleidungsstücke gerade gebraucht werden. Auch bei SOS-Kinderdorf solltest du eine mögliche Sachspende vorher mit der konkreten Einrichtung abstimmen. Eine allgemeine Annahme aller Kinderkleiderspenden gibt es nicht.
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